Bericht zur Demonstration am 07.07.07 in Frankfurt am Main
Am Anfang stand Verspätung. Die Antifa hatte die S-Bahn in Höhe Bahnhof Rödelheim
blockiert, was operativ gesehen eine recht gute Wahl war, denn damit fiel der gesamte S-Bahnverkehr aus
Westen in Richtung Innenstadt aus. Betroffen waren davon auch die Autofahrer und zwei
Reisebusbesatzungen, die sich zur gemeinsamen Anreise per S-Bahn in einer westlich von Frankfurt
gelegenen Kleinstadt getroffen hatten.
Allerdings wurde kurzfristig umdisponiert; man fuhr einfach einen knappen
Viertelbogen um die große Stadt herum und kam dann aus dem Norden. Da war nix blockiert. So weit hatten
die Kräfte der Frankfurter Antifa trotz aller großmäuligen Ankündigungen nun auch nicht gereicht.
Etwa zwei Stunden nach dem eigentlich vorgesehenen Zeitpunkt, gegen 15.oo Uhr, wurde
die Veranstaltung eröffnet, eine knappe halbe Stunde später war Abmarsch. Es hatten sich nach meiner
Zählung ziemlich genau 600 Teilnehmer eingefunden. Die Medien sprachen teilweise von 500, teilweise von
750. Das Wetter war gut, und die Strecke war durchaus nicht so abgelegen-menschenleer, wie manche
Äußerungen im Vorfeld es hatten erwarten lassen.
Auf der Zwischenkundgebung traten auf: Marcel Wöll, NPD-Landesvorsitzender von
Hessen und Organisator der Demonstration; meine Wenigkeit und eine Kameradin aus Schweden. Auf der
Abschlußkundbung traten auf: Otto Riehs, Ritterkreuzträger, Eckhard Bräuninger, NPD-Funktionär, sowie je
ein Vertreter der italiensichen und der englischen Delegation. Die italienische Delegation von der
Veneto-Fronte war übrigens sehr zahlreich erschienen, mit einem eigenen Reisebus aus Norditalien. Die
Reden der ausländischen Teilnehmer wurden in Absätzen übersetzt in deutscher Sprache wiederholt.
Während des meiner Schätzung nach rund sechs Kilometer langen Umzuges gab es einmal
einen kurzen Aufenthalt, weil die Polizei zwei Teilnehmer abgriff, die angeblich einen Stein auf
Gegendemonstranten geworfen haben sollen. (Ob nun beide gemeinsam einen einzigen Stein geworfen haben
sollen oder jeder von ihnen jeweils einen, konnte ich auch durch Nachfrage nicht ermitteln...) Die
solidarische Ankündigung zum Beginn der Abschlußkundgebung, man werde auch nach Kundgebungsende so lange
am Ort ausharren, bis die beiden Festgenommenen wieder in unseren Reihen seien, erwies sich als zwar gut
gemeint, aber nicht nötig, denn sie wurden noch vor der Auflösung der Versammlung wieder entlassen.
Die von uns wahrgenommenen Gegenaktionen hielten sich in engen Grenzen; zeitweilig
wurden wir links und rechts von einigen Schreihälsen flankiert, die auch zusammenaddiert nicht einmal
annähernd auf unsere Zahl kamen. Sehr vereinzelt wurden wir mit einer leeren Flasche, einem rohen Ei,
einem angefaulten Apfel und einer Handvoll Zwieback beworfen.
Für das, was man eigentlich in Frankfurt am Main hätte erwarten müssen, war der
aktiv-militante Widerstand der Linken geradezu ärmlich. Schuld daran gewesen sein mag das überaus große
Polizeiaufgebot; Medien sprachen von achttausend Beamtinnen und Beamten.
Eine solche Zahl von Einsatzkräften erscheint mir völlig überzogen, wenn ich mir die
Zahlen der Demonstranten insgesamt anschaue. Irgendwo im Innenstadtbereich soll Frau Roth vor angeblich
zweitausend Menschen gesprochen haben. (Bei den Angaben für offiziös-staatstragende Gegendemos muß man
allerdings gewaltige Abstriche machen; wir haben auch schon erlebt, daß dann in den gleichfalls
offiziös-staatstragenden Medien aus wenigen hundert Leuten locker mal zweitausend oder mehr geworden
sind.) Die militante Linke soll nach einigen Quellen bei 1.000 Aktivisten mobilisiert haben, andere
sprechen sogar von 1.500. Mit uns zusammen wären das dann ungefähr bei 4.000 Demonstranten, seien sie
nun friedlich oder gewaltbereit, und denen die doppelte Anzahl polizeilicher Einsatzkräfte
entgegenzustellen, ist schon ein wenig fragwürdig. Sicherheit in allen Ehren, aber man kann es auch
übertreiben. Vielleicht war es die politische Absicht der Verantwortlichen, alle demonstrativen
Aktivitäten mindestens optisch mit dieser gewaltigen Armee in grün sozusagen zu ersticken.
Auch wenn die meisten dieser Beamtinnen und Beamten einen ruhigen Einsatztag hatten,
einige von ihnen mußten offenbar doch aktiv werden, und das wohl nicht ganz ohne Erfolg. Es wurde von
ca. 190 festgenommenen Linksextremisten berichtet. (Vereinzelte Quellen nennen auch über 200.) Dies
dürfte vornehmlich im Bereich der blockierten S-Bahn-Strecke gewesen sein. Es ist zu erwarten, daß
mindestens einige der Festgenommenen auch für die erheblichen Sachschäden, die durch Beschädigung von
Gleisanlagen, Bränden an Böschungen oder Zerstörung von Signaleinrichtungen der Bahn entstanden sind, in
zivilrechtliche Haftung genommen werden. Die Sachschäden sollen sich nach einer vorläufigen Schätzung
auf ungefähr 300.000 Euro summieren.
Unter dem Strich ist zu sagen, daß auch in der traditionell linken Hochburg
Frankfurt am Main das gewaltbereite Potential zwar noch vorhanden ist, aber schon deutlich geringer als
in früheren Jahren. Die Hoffnungen der Linken, ganze Städte zu no-go-areas für nationale Demonstrationen
zu machen, werden immer unerfüllbarer. Und das ist auch gut so! – Für die hessische NPD als Ausrichter
der Demonstration mag es ein ermutigender Auftakt für ihren bis Ende Januar 2008 dauernden
Landtagswahlkampf gewesen sein.
Quelle: Hamburg, den 8. Juli 2007 / Christian Worch
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