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Der 1. Mai und seine Bedeutung Zum 1.Mai Feierabend Erlebnisberichte Der 1. Mai 2005 in Frankenthal und Worms Der 1. Mai 2004 in Saarbrücken Der 1. Mai 2003 in Halle Der 1. Mai 2002 in Frankfurt
Der 1. Mai in der Geschichte
![]() Zum 1.MaiFreude soll sein!Nun wird die Welt wieder bunt und licht, Die Sonne leuchtet auf deinem Gesicht, Sind die Nächte voll Sternen und hauchendem Duft, Die Tage voll Blüten und Maienluft, An den Hängen blüht schon der junge Wein: Freude muß sein! Freude muß sein! Heute wird so miteinander marschiert, Daß niemals mehr einer den andern verliert, Wir aus der Stadt und wir vom Land In Arbeitertum und Bauernstand, Werktätiges Volk am Rhein: Freude muß sein! Freude muß sein! Den Marschtakt aus unserm gemeinsamen Schritt Tragen wir durch Alltag und Werkstatt mit! Daß uns lang noch das Lied der Gemeinschaft durchklingt, Wenn die Pflugschar zieht und der Hammer schwingt, In der Werkflammen feurigem Schein: Freude muß sein! Freude soll sein! Damit in die graue Welt wieder licht Strahle der Arbeit Angesicht: Erster Mai, bringe der Welt zurück Völkerfriede und Arbeitsglück! Deutschland, sing du in die Welt hinein: Freude soll sein! von Heinrich Lersch zum Seitenanfang FeierabendNun ist das Werk für diesen Tag vollbracht;der Hammer schwingt und klingt zum letzten Male. Ein letzter Blick auf das, was mit Bedacht und Liebe ich durch meine Kraft vollbracht, bringt mir das Glück im Abendsonnenstrahle. Des langen, lauen Tages Lärm klingt ab, ich gehe heim auf sonnengoldnen Wegen; des Abends Frieden sinkt auf mich herab - und dann, das Schönste, das der Tag mir gab: Lacht mir von fern mein Weib und Kind entgegen! Dann ist die Welt mir wundersam verschönt! Wie könnt' das Schicksal Größeres mir geben! Mit allem Hader bin ich ausgesöhnt, wenn Kinderlachen durch die Stuben tönt. Ich wandle reichbeschenkt durch dieses Leben. von Friedrich Hahn zum Seitenanfang Der 1. Mai 2005 in Frankenthal und WormsVom Nationalen Widerstand zum Nationalen Angriff ! Erfolgereiche Doppeldemonstration durch Frankenthal und Worms - Doppeldesaster der AntifaFreie und parteigebundene Kräfte aus dem süd- und südwestdeutschen Raum veranstalteten in der Rhein-Neckar Region eine 1. Mai-Doppeldemonstration, um damit die mediale Wirkung der dezentralen 1.Mai-Aktionen kraftvoll zu unterstützen! Durch eine entsprechende Vor- und Nachbereitung in Kampagnenform, es wurden unter anderem über 25.000 Flugblätter an die Haushalte der Städte Frankenthal & Worms verteilt, ist es uns gelungen die größtmögliche Resonanz in der Bevölkerung zu erreichen. Auch konnte ein deutliches Zeichen zur Bündelung der nationalen Kräfte gesetzt werden! So fanden sich dann auch über 350 Kameraden am Frankenthaler Bahnhof ein, um pünktlich um 11 Uhr mit der Demonstration zu beginnen. Die Demonstration stand unter dem Motto "1. Mai - Tag der deutschen Arbeit. Globalisierungswahn stoppen!" Schnell formierte sich der Demonstrationszug, unterstützt von mehreren Transparenten und einem bunten Fahnenmeer, um durch belebte Frankenthaler Wohnviertel zu marschieren. Gegendemonstranten ließen sich nur vereinzelt blicken und wurden daher durch Nichtachtung gestraft. Auf den Kundgebungen sprachen u.a. Lars Käppler von der Bürgerinitiative für ein besseres Deutschland, Marcel Wöll aus dem Rhein-Main Gebiet, Ralph Tegethoff, sowie ein Kamerad aus Bayern, welcher eine ausgezeichnete Rede hielt. Nachdem den Frankenthaler Bürger die skandalösen sozialen Kürzungen und Streichungen des BRD-Systems erläutert wurden und zudem geschildert wurde wie auf us-amerikanischen Kriegsschauplätzen unsere Steuergelder für Bundeswehr-Kriegsgeräte aller Art verschleudert werden, setze man den Rückmarsch zum Frankenthaler Bahnhof an. ![]() Von Frankenthal aus sollte es mit dem Zug in das alt ehrwürdige Worms gehen. Um den Bahnhof herum horteten linksradikale Chaoten allerhand Wurfgeschosse, bestehend aus Steinen und Flaschen, um diese auf anreisende Nationalisten zu werfen. Die massiv vertretene Polizei war zu keinem Zeitpunkt Herr der Lage und ließ das linke Treiben gewähren. Gegen die feige aus dem Hinterhalt geworfenen Wurfgeschosse konnte man sich nur schlecht zur Wehr setzen, von daher ist es nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass niemand verletzt wurde. Auf dem Weg zum Wormser Marktplatz, dem Ort unserer Kundgebung, versammelten sich um den Wormser Stadtpark an die 200 Antifaschisten und ausländische "Mitbürger", wovon Worms mehr als genug vorzuweisen hat. Wieder setzte es einen Stein- und Flaschenhagel ein, wiederum agierte die Polizei nicht um Maßnahmen zum Schutz der Demonstranten zu treffen. Daraufhin entschloss man sich kurzerhand von seinem Recht auf Notwehr und Selbstschutz gebrauch zu machen. Mehrere Demonstranten attackierten mutig und entschlossen die feigen Steinewerfer. Schnell war der Spuk zu Ende und aus dem Motto "Antifa heißt Angriff" wurde wieder nichts. Die Polizei schaute teilweise regungslos zu und man hätte fast das Gefühl haben können, dass sie erleichtert war, dass man ihnen etwas unter die Arme griff. So erreichte man dann doch den Wormser Marktplatz um dort die Kundgebung unserer 1. Mai-Doppeldemonstration abhalten zu können. Es sprachen neben Marcel Wöll und Lars Käppler, noch ein rumänischer Nationalist, welcher Grußworte aus seiner Heimat übermittelte und der Wormser Bevölkerung unsere Idee vom Europa der Vaterländer erläuterte. Zudem zeigte sich der rumänische Kamerad begeistert von unserem Fahnenmeer, besteht aus vielen europäischen Nationalflaggen, denn der Kampf für ein starkes und freies Europa der Vaterländer wird nicht nur von deutschen Nationalisten getragen, sondern von vielen Nationalisten aus ganz Europa unterstützt. Wir haben so ein Zeichen gegen den schädlichen Chauvinismus setzen können und einen Schulterschluß mit unseren europäischen Brudervölkern demonstriert. Der Kampf gegen Kapitalismus, Globalisierung und Brechung der Zinsknechtschaft ist ein Kampf der alle europäischen Nationalisten vereint. ![]() Nach der erfolgreichen Durchführung unserer Kundgebung auf dem Wormser Marktplatz, ging es zurück zum Wormser Hauptbahnhof, wo anschließend die Demonstration beendet wurde. Abschließend bleibt zu sagen, dass wo die Polizei nicht gewillt ist, uns den Weg von Störern und Krawalltouristen zu beseitigen, eben wir das Heft in die Hand nehmen und vom Nationalen Widerstand zum Nationalen Angriff übergehen! Über 350 Nationalisten zeigten an diesem 1. Mai was sie von diesem BRD-System und seinen antifaschistischen Fußtruppen halten. Die großkotzige Ankündigung der regionalen Antifas die volkstreue Doppeldemonstration zu einem Doppeldesaster zu machen, erwies sich als falsch. Beide Demonstrationen könnten durchgeführt werden. Die regionale Linke muß sich einen peinlichen 1. Mai eingestehen: Die eigene revolutionäre Demonstration in Mannheim ausfallen lassen und beide nationale Demonstrationen konnten nicht verhindert werden. Bis zur nächsten Demonstration in der Rhein - Neckar Region! zum Seitenanfang Der 1. Mai 2004 in SaarbrückenTraditionsgemäß ist der 1.Mai der Tag der deutschen Arbeit. Seit 1933 ist der erste Tag im Mai gesetzlicher Feiertag! Am Vortag des 1.Mai entschlossen sich Nationale Sozialisten aus dem Saarland und dem Rhein-Neckar-Gebiet, die Demonstration des DGB in Saarbrücken zu nutzen, um die Ideen des Nationalen Sozialismus zum deutschen Arbeiter zu tragen. Die Veranstaltung des DGB schien uns eine ausgezeichnete Möglichkeit zu sein, um Öffentlichkeit herzustellen.So war die Überraschung auch bei den Teilnehmern der DGB-Veranstaltung recht groß, als wir uns, mit wehenden schwarzen Fahnen und dem Transparent mit der Parole: "Volksgemeinschaft statt BRD-Abzocke!" in die Demonstration einreihten. Allzu lange musste wir allerdings nicht auf die üblichen, dumpfen und abgedroschenen Nazis-Raus-Rufe warten, die sich an unsere Adresse wandten. Ein wenig Tumult durfte dann auch nicht fehlen. Die Polizei schritt allerdings sofort ein und trennte unsere Gruppe, vom Rest der Demo ab. Kurzum wurde beim zuständigen Einsatzleiter eine Spontandemonstration angemeldet. Welche dann auch nach einigem Zögern und etlichen Rückfragen bei der Dienststelle, durchgeführt werden konnte. Lautstark, trotzdem wir zahlenmäßig an diesem Tag doch eher unterrepräsentiert waren, ging es durch Saarbrücken! Nach einem ca. dreiviertelstündigen Marsch durch die Innenstadt von Saarbrücken beendeten wir die Veranstaltung am Bahnhof. Fazit: Die Aktion, die wir durchführten war eine optimale Alternative, zu den Großdemonstrationen in Berlin und Leipzig! Großes Aufsehen, mit kleinem Aufgebot erregten wir nicht nur innerhalb der DGB-Veranstaltung, bei deren Teilnehmern, sondern auch bei den vielen Passanten und Anwohnern. Am Ende steht der Sieg! zum Seitenanfang Der 1. Mai 2003 in HalleAn diesem Tag organiserten freie Kräfte aus Karlsruhe und der Rhein-Neckar Region zusammen einen Bus zur 1.Mai Demonstration nach Halle. In Halle versammelten sich ca. 1000 volkstreue Kräfte und zogen durch die Innenstadt mit Sprüchen wie "1.Mai seit 33 arbeitsfrei". Auf dem Marsch und seinen zwei Kundgebungen gab es keine nennenswerten Aktionen von linken Krawallmachern. Diese waren ja an diesem Tag alle auch in Berlin und attackierten massiv den Aufmarsch der NPD. Die veranstaltung verlief sehr diszipliniert und die Polizei hielt sich zurück. An- und Abreise verliefen reibungslos.zum Seitenanfang Der 1. Mai 2002 in FrankfurtNach den bereits üblichen Schikanen der Stadt Frankfurt, in Form eines versuchten Demonstrationsverbotes, wurde schließlich die Demonstration in Frankfurt-Fechenheim vom Bundesverfassungsgericht erlaubt. Demonstrieren darf in unserer schönen BRD so ziemlich jeder, egal ob es sich um gewaltbereite Islamisten handelt, welche ihre Kinder auf Demonstrationen mit Sprengstoffattrappen versehen oder um linke Chaoten, welche am 1. Mai in mehreren Städten eine Spur der Verwüstung hinterließen. Handelt es sich aber um eine Demonstration, welche deutsche Interessen vertritt, so wird das Recht zu Demonstrieren mit Füßen getreten. Im Vorfeld versucht man sämtliche nationale Kundgebungen zu verbieten, um so die Mobilisierung der Demonstrationsteilnehmer einzuschränken. Dieser willkürliche Versuch eine legale Demonstration zu verbieten scheiterte auch in Frankfurt und so begaben wir uns gegen 7 Uhr auf den Weg nach Hanau, von wo es mit dem Zug Richtung Frankfurt weiter gehen sollte.Während der Zugfahrt konnte man beobachten wie mehrere Polizisten die Zugstrecke sicherten um so feige Anschläge der Linksextremisten zu verhindern. Am Treffpunkt erwarteten uns bereits mehrere Hundertschaften der Polizei, welche u.a. aus NRW und Bayern angereist waren. Pünktlich begab man sich im strömenden Regen zu den Polizeikontrollen. Für ca. 600 Demonstrationsteilnehmer wurde eine (!!) ganze Kontrollstelle eingerichtet und so kam es, dass um 10 Uhr erst ein Dutzend Leute kontrolliert wurden, während der Rest geduldig wartete. Nun wurde die Polizei höflich aufgefordert die Kontrollen zu beschleunigen, da man den vorgegebenen Zeitplan (10 Uhr bis 11:30 Uhr) einhalten musste. Die Polizei hingegen ignorierte diese Bitte und verzögerte die Kontrollen weiterhin, um so die gerichtlich angeordnete Demonstrationszeit verstreichen zu lassen. Nach einer weiteren vergeblichen Aufforderung die Kontrollen zu beschleunigen, wurden die seitenlangen Auflagen durch den Veranstalter verlesen und der Demonstrationszug setze sich in Bewegung. Dieses Vorhaben wurde mittels Polizeiknüppel und Pfefferspray verhindert. Es erfolgten weder Randale durch die Demonstrationsteilnehmer, noch Angriffe auf die Polizei, wie die Presse und Fernsehen fälschlicherweise übereinstimmend berichteten. Währenddessen sprach man in der Presse völlig ungeniert von einer taktischen Glanzleistung der Polizei, da diese eine vom Bundesverfassungsgericht genehmigte Demonstration verhinderte. Für was gibt es denn rechtskräftige Beschlüsse, wenn die Systemknechte, in Form von Polizei, genehmigte Demonstrationen verhindern? Es ist vorauszusehen, dass diese Taktik der Polizei Schule machen wird und in Zukunft bei weiteren nationalen Kundgebungen angewendet werden könnte. So viel zum Thema unabhängige Presse, Umsetzung von Gerichtsurteilen und dem Auftreten deines Freund und Helfers. Nach Beendigung der Demonstration ging es mit dem Zug Richtung Hanau. Dort wurde man von einer Horde orientalischer Mitbürger empfangen, welche uns mit „Nazis raus aus unserem Land begrüßten“. Auf dem Parkplatz musste man dann feststellen, das eben jene Mitbürger diverse Reifen unserer Fahrzeuge platt gestochen hatten. Mittlerweile trafen zusätzliche Polizisten ein, welche versuchten die Gegendemonstranten unter Kontrolle zu halten. Währenddessen kreuzte ein PKW das Bahnhofsgelände, dessen Insassen ebenfalls dem orientalischen Typ zuzuordnen waren. Auf einmal wurde wir von eben jenen Insassen mit „Si*g He*l“ Rufe bedacht, die Polizei stand untätig daneben und tat so, als würde sie diese strafrelevante Aussage nicht hören. Wenig später entfernten unsere multikulturellen Freunde ihre Transparente und Fahnen, um so die Fahnenstöcke als Waffe zu nutzen. Durch ein geschlossenes Auftreten der verbliebenen nationalen Kräfte scheiterte dieser versuchte Angriff allerdings recht schnell und so konnte man anschließend ohne größere Zwischenfälle die Heimreise antreten. Frankfurt, wir kommen wieder! zum Seitenanfang Kapitalismus und Arbeiter im mittelalterlichen DeutschlandWohl ist das Mittelalter eine andere Welt als die der Gegenwart, und der schaffende Mensch jener großartigen Zeit unseres Geschichtsablaufs steht unter den Gesetzen und Bedingungen einer anderen Umwelt. Aber doch liegen in jenem Jahrhundert, etwa zwischen 1440 und 1500, das der Wende zur Neuzeit, dem Reformationszeitalter, den großen Entdeckungen des Erdballs und den dadurch bedingten revolutionären Umwälzungen der Technik vorhergeht, die Wurzeln zu den sozialen Revolutionen der letzten zwei Jahrhunderte und schließlich zu dem machtvollen Ringen unserer Tage um eine soziale Neuschichtung des deutschen Volkes. Für einen Arbeiter im Sinne des allmählich vorübergehenden Industriezeitalters, für einen nur auf seiner Hände Arbeit angewiesenen, reiche Werte schaffenden, aber selbst besitzlosen Träger der Wirtschaft war kein Platz oder vielmehr keine Voraussetzung in jenem geschlossenen, ständischen Organismus. Alles handwerkliche Leben, der Vorläufer unserer in den Jahrzehnten vor dem Weltkrieg ungesund angeschwollenen maschinellen Erzeugung von Gütern war streng umzirkelt von Zünften, außerhalb derer es keinerlei selbstständiges Schaffen gewerblicher Werte gab. Die Zunft war eine halbsozialistische Genossenschaft, die alle Handwerker desselben Gewerbezweiges erfaßte und deren Aufgabe es war, die Erwerbsbedingungen des Einzelnen auf gleicher Höhe zu halten und außerdem für eine sich ständig gleichbleibende Güte aller Gewerbeprodukte Sorge zu tragen. Die Zunft regelte die Arbeitszeit und setzte für jeden Meister die Anzahl der Gesellen und Lehrlinge fest. Sie vermittelte den Einkauf der Rohstoffe, prüfte aufs genaueste die Hochwertigkeit der hergestellten Erzeugnisse und regelte deren Verkauf. Innerhalb der Bannmeile der jeweiligen Innung hatte sie das Monopol für den Verkauf, das nur an den festgesetzten Jahrmärkten durchbrochen werden durfte. Sie schuf sogar Krankenunterstützungs - und Begräbniskassen, mit denen sie den Zunftgenossen in Zeiten der Not half. Es war also eine sozialistische Planwirtschaft großen Stils, die bereits zu Beginn der die Naturalwirtschaft ablösenden Geldwirtschaft bestand. Soziale Reibungen und Unterschiede blieben bei dieser klar gegliederten Wirtschaftsform fast völlig aus, solange diese Formen gesund waren und organisch zusammenhingen. Dazu kam, daß infolge des zahlenmäßig viel geringeren Umfangs der Städte und Zünfte das altüberkommene, patriarchalische Dienstverhältnis zwischen Meister, Gesellen und Lehrlingen unversehrt erhalten blieb. Der gesamte Gewerbebetrieb spielte sich in Haus und Hof des Meisters ab, Seine Mitarbeiter waren vollgültige Mitglieder der Hausgemeinschaft, die allerdings ebenso wie die Familienglieder seiner väterlichen Zucht unterstanden. Aber jedem Lehrling war der baldige Aufstieg zum Gesellen gewiß, und jeder Geselle, der in zahlenmäßig begrenzte, oft vererbte Zunft der Meister nicht einrücken konnte, war der vollwertige, seine eigene Familie gründende Mitträger des meisterlichen Gewerbebetriebes.Von den festen und doch menschlichen Bindungen der Zunftorganisationen für all ihre Glieder geben die Satzungen einiger Zünfte in Danzig und Freiburg im Breisgau eine Vorstellung. So gebietet die Rolle der Leinewebergesellen in Danzig vom 2. Juni 1447: „Wir Bürgermeister und Ratmannen der Stadt Danzig tun kund, daß wir den Leinewebergesellen folgende Bestimmungen bestätigt und zu halten befohlen haben: wenn ein Geselle bei einem Meister arbeitet und will nun wandern, so soll er mit seinem Meister abrechnen und soll mit Freundschaft und mit Gunst von ihm scheiden. Säße ein Geselle im Wirtshause oder sonstwo unter anderen Leuten und hörte unredliche Worte oder böse Dinge über das Handwerk, so soll er für sein Handwerk einstehen oder soll es den Alderleuten berichten, damit die dafür eintreten ... Wenn ein Geselle herkommt und hat sein Handwerk bei seinem Meister nicht ausgelernt, den sollen die Meister dazu antreiben, daß er hinziehe und sich mit seinem Meister vergleiche...“ Von den Vorbedingungen, Pflichten und Rechten des Zunftgenossen heißt es noch näher in der Rolle der Beutler oder Gürtler zu Danzig vom 20. Januar 1412: „...Begehrt ein Beutler oder Gürtler, unser Genosse zu werden, so soll er das Bürgerrecht und die Aufnahme in unsere Zunft erwerben ... er soll uns gute Briefe aus seinem Geburtsort bringen, daß er ehelich aus einem rechten Ehebett von Vater und Mutter her geboren sei, so wie es die heilige, christliche Kirche fordert. Ist er in einem Dorfe geboren, so soll er das Zeugnis des gehegten Dings (Gerichtsversammlung) unter dem Insiegel des Dorfherrn bringen. Auch soll er Briefe bringen von seinem Handwerk, von seinem Meister, bei dem er seine Lehrjahre gedient und wo er zuletzt gearbeitet hat ... Kommt einer der Unseren in schlechten Ruf, so darf er sein Handwerk noch ein Jahr lang treiben, kann er sich binnen Jahr und Tag von der Sache nicht reinigen, so soll er das Handwerk niederlegen und die Gesellschaft unbekümmert und ungehindert lasse. Kommt eine der Frauen in bösen Ruf, so soll man sie bei den gemeinsamen Festen solange daheim lassen, bis man ihr einen Boten schickt ... Macht ein Bruder falsche Arbeit, so sollen sie ihm die Alderleute fortnehmen und sie auf dem Rathaus abliefern, die Arbeit soll vernichtet werden, und der sie gemacht hat, dem Rat soviel Strafe zahlen, als die Arbeit wert war. Wenn die Alderleute oder die Brüder von falscher Arbeit wüßten und verschwiegen das, so zahlen sie die höchste Strafe ... Entläuft jemand dem Handwerk und zieht heimlich oder öffentlich bei nachtschlafender Zeit davon Wissen der Alderleute, der hat sein Handwerks- und Bürgerrecht verloren – ganz gleich, ob er bei dem Handwerk schulden hat oder nicht – in dem Augenblick, da er den Rinnstein überschritt. Zieht aber einer mit Wissen der Alderleute aus dem Handwerk, so soll man ihm seinen Platz über Jahr und Tag offen halten, kommt er aber später wieder und sucht um Aufnahme nach, so soll er sie nach dem Rechte des Handwerks von neuem gewinnen und soll uns Briefe bringen, von wo er kommt und ob er sich während seiner Abwesenheit biderbe und ehrlich gehalten hat ...“ Bei dieser Blüte von Handwerk und Gewerbe war es kein Wunder, daß die Städte schnell reich wurden und die im frühen Mittelalter so gleichmäßig ausbalanzierten Verhältnisse sich mit wachsender Schnelligkeit zu verschieben begannen. Allerdings gab es in Deutschland Großstädte von dem damals schon riesigen Umfang Londons oder von Paris noch nicht, selbst Städte wie Florenz und Venedig mit ihren etwa hundert tausend Einwohnern waren in dem in erster Linie agrarpolitischen und wirtschaftlich gebundenen Deutschland noch auf lange Zeit undenkbar. Nürnberg, eine der größten und reichsten Städte, zählte 20 000 Einwohner, Danzig 16 000, Frankfurt am Main 7000 und Mainz gar nur 5000. Doch häufte sich in diesen an den gro0en, kontinentalen Verkehrswegen liegenden Handelsstädten mit den Waren und ihrem Umschlag und Umsatz auch der Reichtum. Über den Brenner nach Venedig und über den Gotthardt nach Mailand – Genua gingen die italienischen Handelswege, und ostwärts ging es über Wien bis weit nach Byzanz. Westwärts zog der Warenstrom von Straßburg nach Lyon und von Köln nach Brügge, und im Norden waren Braunschweig, Lübeck und Danzig die großen Stapelplätze für den Verkehr mit den skandinavischen und russischen Ländern. Der mächtige Städtebund der Hansa im Verein mit den seegewaltigen Hafenstädten des Deutschordenslandes Preußen spannte den Bogen seiner Macht von Brügge über Bergen, London und Wisby auf Gotland bis hinauf nach Reval, Riga und Nowgorod. Aber der wachsende Handel erforderte wachsende Kapitalien, denn große wandernde Warenlager und Stapelplätze mußten unterhalten und mit teuren Warenzügen und Geleit durch die riesigen Länderachsen per Achse hindurchgeführt werden. Der Geldverkehr war noch unentwickelt, der Zinsfluß hoch, im allgemeinen 10 bis 20 Prozent, oft sogar das Zwei- bis Dreifache davon. Den meisten Nutzen zogen die Auserwählten als „Kammerknechte“ des Kaisers und die Fürsten mit ihren darauf begründeten Regalien. Langsam, aber unaufhaltsam kam der ehrliche Gewerbetreibende und der auf seiner Scholle, dem Urgrund jedes Volkes werkende Bauer ins hintertreffen. Aus Italien, von der Lombardei her drang mit Geldverkehr und Bankwesen auch die Zahlung durch Wechsel auf ein fremdes Handelshaus. Die ersten Banken entstanden 1402 in Frankfurt, 1421 in Lübeck mit Giro- und Depositenverkehr, ein hartes Schuldrecht schützte die mächtigen Gläubiger. Das einfache Volk flüchtete zu den Wucherern, und es war eine besondere Begnadigung Kaiser Ludwigs des Bayern, wenn er die Frankfurter Zinsen auf 331/2 Prozent beschränkte. In anderen Städten stieg das erlaubte Zinsmaximum oft auf 86, in einigen Fällen sogar auf 174 Prozent. Die oft winzigen Darlehensbeträge und der Wochenzins jener Epoche zeigen, wie der sogenannte kleine, ehrlich arbeitende Mann unter dieser wirtschaftlichen Brutalität des beginnenden Kapitalismus litt. Aus der Mitte des Volkes, selbst aus den Regierungen erhoben sich oft erbitterte Aufstände gegen die Auserwählten, die des öfteren zu ihrer Vertreibung führten. Es liegt auf der Hand, daß sich in diesen Zeiten in den Händen ebenso unternehmenslustiger wie bedenkenloser Unternehmer riesige Vermögen anhäuften. Die reichste Familie, die Rothschilds des 16. Jahrhundert, waren die Fugger in Augsburg. Ihr Vermögen nahm einmal in sieben Jahren um 13 Millionen Gulden zu, soll bei der Teilung im Jahre 1546 die in ihrer Kaufkraft heute unvorstellbare Höhe von 63 Millionen Gulden betragen haben. Ein Fugger war es, der durch seine Millionen die verhängnisvolle Wahl des spanischen Habsburgers Karl V. zum Kaiser des Römischen Reiches deutscher Nation entschied, die ganze Politik des Reiches wie der durch Anleihen abhängig gewordener Fürsten wurde von dieser unheimlichen Geldmacht beeinflußt. Die Chronik des Fuggerschen Geschlechts spricht mit schlaglichtartiger Deutlichkeit von diesem Übergewicht über alle anderen Mächte dieser Zeit, einschließlich des Kaiserthrons, der einst in den großen Tagen der Sachsen- und Staufenkaiser unbeeinflußt hoch über den Parteien und Interessen des Tages gestanden hatte und vollends für jene anonymen Geldmächte unerreichbar war. Rücksichtslos beuteten diese Handelsgeschlechter, zu deren größten auch die Welser und Hochstetter gehörten, die Silberbergwerke aus, dadurch die folgenreiche Geldentwertung zu Anfang des 16. Jahrhunderts verschuldend. Der Leidtragende war der mittellose Bürger, der ehrliche Gewerbetreibende und Geselle, der zur Belebung seines kleinen Betriebes auf fremdes Kapital angewiesen war und sich an den großen Gesellschaften beteiligte, von denen ihm das Geld wie in unseren jüngstvergangenen Gründerzeiten geradezu aufgedrängt wurde. Ein Zusammenbruch wie der des Hauses Höchstetter riß dann tausende kleiner, mittelständischer Existenzen mit sich in den Abgrund, die mühsam zusammengetragenen Ersparnisse vieler Jahre waren durch die Gewissenlosigkeit großer Spekulanten verloren. Denn zu den reichen Kaufmannsfamilien traten als noch weit größere Gefahr die Gruppen von Unternehmern, die sich auf gemeinsame Rechnung zusammentaten, um in ganz moderner, monopolartiger Weise die Preisbildung künstlich zu beherrschen und bestimmte Artikel völlig von sich abhängig zu machen. Diese gewissenlosen Kreise scheuten sich selbst nicht, auf Kosten der schaffenden Bevölkerungsschichten die Preise hochzutreiben und die Güte der Waren, vor allem der Lebensmittel, dann auch den Silbergehalt der Münzen zu verschlechtern. Aber während ihre Allmacht ins Ungemessene zu steigen schien, erhob sich aus der Tiefe des Volkes der Widerstand, und der mächtigste Streiter gegen alle dunklen, die deutsche Nation von innen zerstörenden Mächte. Tapfer wendet er sich in seiner Streitschrift, dem Dialog „Die Räuber“, in dem Franz von Sickingen und der Kaufmann Ulrich von Hutten sprechen, gegen die Sünden der reichen Kaufleute und Spekulanten: Franz von Sickingen: „Glaubst du nicht, daß diejenigen Räuber zu heißen verdienen, die Deutschland alljährlich unermeßlicher Summen Geldes berauben?“ Kaufmann von Hutten: „Gewiß.“ Franz von Sickingen: „Nun, ihr seid es, die das tun.“ Kaufmann von Hutten: „Wir? Wieso?“ Franz von Sickingen: „Ja, ihr, indem ihr für läppische Waren, die ihr einführt, unberechenbare Massen Goldes ins Ausland verschleppt.“ Kaufmann von Hutten: „Welches sind denn aber diese läppischen Waren, möcht ich wissen?“ Franz von Sickingen: „Nun, ist es denn nicht lauter läppisches Zeug um euren Pfeffer, Ingwer, Zimt, Safran und derlei Wurzeln, Pflanzen, Früchte und Samen, ohne die wir hier geboren sind, Dinge wohlbekommen, die hier nicht wachsen; bekämen sie uns, so würde die Natur schon gesorgt haben, daß sie auch hier wüchsen. Außerdem habt ihr die Seide eingeführt und unzählige Arten ausländischer Kleidung, wodurch Deutschlands angestammte Kraft schlaff gemacht und die besten Sitten verdorben werden, indem weibische Putzsucht und schimpfliche Weichlichkeit durch euch im Leben der Menschen eingerissen sind. Sei etwas gewachsen oder gemacht wo es wolle, ihr leidet nicht, daß es uns unbekannt bleibe. Alle Orte und Gegenden, Meere und Länder und alle Winkel der Welt durchstöbert ihr, um etwas zu finden, daß ihr uns zuführen und dafür unser Geld uns abführen könnt, gleich als hättet ihr euch verschworen, kein Gold und Silber in Deutschland übrigzulassen. Unsere Vorfahren wußten sich nicht zu verstellen; bei euch ist das Lügen zu Hause. Anerkannt war bei allen Völkern ringsum unsere Treue; ihr habt durch Lug und Trug auch sie in Verruf gebracht. Sie betrieben keinen Wucher, und von Zinsen wußten sie nichts: ihr seid darauf vor allem anderen bedacht. O der Ausländerei! Ich möchte aber das, was ich gesagt habe, keineswegs auf alle ohne Unterschied bezogen wissen, als glaubte ich alle Kaufleute seien Deutschland schädlich. Denn einige halte ich sogar für nützlich. Aber zu den schlimmen und verderblichen rechne ich jene überreichen, die, in Gesellschaften vereinigt, Monopole ausbeuten, und unter ihnen sind die nichtswürdigsten deiner Herren, die Fugger. Würde heute darüber abgestimmt: welcher deutsche Biedermann, meinst du wohl selbst, in deinem Stande, würde nicht dafür stimmen, daß sie vor allen anderen aus Deutschland vertrieben und soweit als möglich verbannt werden sollten, da sie für elende Possen, mit denen sie das Vaterland anfüllen, unermeßlich viel Gold dem Ausland zuwenden, auf die Sitten aber den Einfluß haben, den ich beschrieben, und das nennst du nicht rauben?“ Kaufmann von Hutten: „Wir richten nicht gern über andere. Wer von uns aber den Betrug lobte, sehe ich nicht.“ Franz von Sickingen: „Was aber ist ihr Tun und Treiben? Betrügen und übervorteilen sie nicht jeden, der mit ihnen zu schaffen hat?“ Kaufmann von Hutten: „Nichts weniger.“ Franz von Sickingen: „Ich will dich mit Zeugen überweisen, denen ein Urteil in der Sache zusteht, mit Kaufleuten selbst. Von ihnen hört man in aller Welt die einstimmige Klage, die Fugger seien es, die andere nichts gewinnen lassen, die allein mit auswärtigen Völkern handeln wollen, und durch eine Art von Tyrannei allen im Einkauf den Rang ablaufen, oder wo sie das nicht können, sie durch ihr Geld überbieten, um, wenn sie durch ihr Mehrangebot jenen kleineren den Einkauf unmöglich gemacht, nach ihrem Belieben, was sie allein gekauft haben, auch allein verkaufen können, zu welchen Preisen sie wollen. Das Geld der Fugger aber, wie ist das beschaffen? Hat sich nicht bei den Fünfzehnern, die sich schlagen ließen und mit denen sie ganz Deutschland überschwemmt haben, neulich gefunden, daß ihrer zwanzig keinen Goldgulden wert sind? Ist das nicht ein häßlicher Betrug?“ Unterstützt wurde die Ausbreitung dieses anarchisch-individualistischen Kapitalismus und die damit Hand in Hand gehende Verschärfung der sozialen Gegensätze durch die Aufnahme des römischen Rechts, das damals zu verhängnisvoller Stunde in die ganz anders gearteten, deutschen Rechts- und Lebensverhältnisse einbrach. War das deutsche, aus germanischer Zeit überkommene Recht ein an den Boden und seine Menschen gebundenes Personenrecht, so war das römische ein über alles Menschliche erhabenes, eiskaltes Sachenrecht. Gegenüber dem ganz naturalwirtschaftlichen Geist des deutschen Rechtes war es das Recht einer späten, auf einer kapitalistischen Großwirtschaft aufgebauten Kultur mit mobilisiertem Großbesitz und freier Verfügung des Einzelnen über sein Eigentum, eines Einzelnen, dem jede Verpflichtung gegen Boden, Stand und Volkstum fremd war. Handwerker und Bauern witterten aus einem untrüglichen Instinkt heraus die furchtbare Gefahr, die ihnen selber und der kommenden Entwicklung Deutschlands hier drohte, und lehnten sich erbittert gegen dies volksfremde Recht auf, das die jungen, deutschen Rechtsstudenten von den oberitalienischen Hochschulen in Padua und Bologna mitgebracht hatten. Sie empfanden tief das schreiende Unrecht, das die einsetzende, römische Rechtsprechung ihren wesensverschiedenen Lebens-, Arbeits- und Besitzformen gegenüber bedeutete, in ihren Reihen waren die neuen „Juristen“ als „böse Christen“ bitter verhaßt. Aber die Einbürgerung des römischen Rechtes, das das Alleinrecht des Fürsten gegenüber dem Staatsbürger unerbittlich vertrat, war nicht mehr aufzuhalten. Dazu kam, das der jäh zunehmende Reichtum der Städte und ihrer tragenden Kaufmannsschicht diese in einen immer stärker werdenden Gegensatz zu den arbeitenden Massen der Gewerbe und Zünfte brachte. In fast allen Städten erreichte das „Patriziat“ die Alleinherrschaft und verstand es, die Zünfte allmählich vollständig von jedem Einfluß auf die Stadtverwaltung auszuschließen. Wie selbstverständlich das den passiveren Seelen der Zeit dünkte, zeigt ein Brief des Ratsherrn und Humanisten Christoph Scheurl, eines Förderers von Luther, der an Staupitz gerichtet ist und die Verfassung von Nürnberg behandelt. Dort heißt es mitten in der Darlegung der Ratszuammensetzung: „Alles Regiment unsere Stadt und gemeinen Nutzens steht in Händen derer, so man Geschlechter nennet, das sind solche Leute, deren Ahnen und Urahnen vor langer Zeit her auch im Regiment gewesen und über uns geherrscht haben. Fremdlinge, so allda eingewurzelt, und das gemeine Volk haben keine Gewalt; es steht ihnen auch nicht zu, dieweil alle Gewalt von Gott, und das Wohlregieren gar wenigen und allen denen, so vom Schöpfer aller dinge und der Natur mit sonderlicher Weisheit begabt sind, verliehen ist. Derhalben wird bei uns (acht ausgenommen) niemand in den Rat der zweiundvierzig gesetzt, dessen Vorfahren nicht auch in unserer Stadt regiert haben. Es sind auch in der Stadt acht Handwerke, aus deren jedem einer in den Rat erwählt wird. Diese haben die Freiheit, in den Rat zu kommen und ihre Stimme abzugeben, oder wenn sie es nicht gelüstet, gar daheim zu bleiben. Sie verwalten kein besonderes Amt und lassen sich allein gefallen, was durch die anderen Ratsherren beschlossen wird; und so eine Frage umgeht, fallen sie denen zu, deren Stimme der Billigkeit am nächsten gedacht wird.“ Die Zünfte, die von jeder Mitarbeit ausgeschlossen waren – und in den meisten Städten hatte die „Geschlechter“ die Alleinherrschaft erreicht – erregte diese Lage tiefer als den frommen und gelehrten Nürnberger Ratsherrn, aus dessen ganzem Brief eine tiefe Verständnislosigkeit für die schaffende Klassen spricht. In einer Reihe furchtbarer Aufstände gegen die Diktatur der Patrizier machte sich die allgemeine Empörung des arbeitenden Volkes Luft. N vielen Städten von Köln bis Ulm bis herauf nach Lübeck wurde der Rat verjagt oder wie in Köln enthauptet. Hier wurde in der blutigen „Weberschlacht“ von 1371 de Rat gezwungen, in die Zünfte einzutreten und auf diesen der neue Rat aufgebaut. In Straßburg, Augsburg, Konstanz wurde den Geschlechtern das aktive Wahlrecht ganz entzogen und der Rat allein von den Zünften gebildet, zum mindesten aber, so in Frankfurt und Nürnberg, setzen die Zünfte ihren Eintritt in den Rat durch. Aber diese revolutionären Vorgänge waren nur das Symptom einer viel tieferen Umwandlung, in der Deutschland sich befand. Mit den wirtschaftlichen Grundlagen waren auch die sozialen in Bewegung geraten. Die einst von den Zünften streng abgesonderten Gesellen verlangten gleichfalls ihren Anteil an der Mitbestimmung ihrer Geschicke und drangen allenthalben in das Gewerbegericht der Zunft ein und begannen, durch umfassende Arbeitseinstellungen auf die Lohnbildung einzuwirken und über die Annahme von Lehrlingen zu entscheiden. Getrieben waren sie zu diesem Vorgehen aber unmittelbar durch einzelne Meister, die unter sich Ringe bildeten, um die Konkurrenz abzuschneiden und den Gesellen das Meisterwerden zu erschweren. Der jetzt beginnende Zusammenschluß der Gesellen zu großen, landschaftlichen Verbänden, den ersten Gewerkschaften, führte diese Umbildungen weiter, und die zugleich aufkommende Sitte der Wanderschaft stärkte mächtig das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Macht. Während so die Stände aber um ihre Geltung rangen und der Stärkste und Bedenkenloseste sich am besten behauptete, traf ein schweres Schicksal die Überzähligen aus Gewerken und Bauernschaft, die durch den vordringenden Kapitalismus und die zunehmende Trennung des Handwerks und Bauern von Haus und Hof ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden. Sie begannen, in den Städten und auf dem Lande sich zu Tausenden zu sammeln und wurden mit zunehmender Unsicherheit infolge der verwüstenden Landfehden und der steigenden Verarmung und Teuerung ein bedrohliches Element der Unruhe und der schweren Sorge für die wenigen, über den Tag hinausblickenden Patrioten wie Ulrich von Hutten und die Führer des halb ausbrechenden Bauernkrieges, vor allem Florian Geyer und Friedrich Weigand. Die alte, genossenschaftliche Verbundenheit des Mittelalters, der organische Zusammenhang der verschiedenen Lebenskreise war für immer unheilvoll zerrissen, und seit jener Zeit der Entstehung eines gewerblichen, vom Eigenbesitz losgelösten Arbeitertums hat es eines halben Jahrtausends bedurft, bis der Geist der Volksgemeinschaft, den alten, alle Volksschichten umschließenden Ring neu zu schmieden. zum Seitenanfang Der Deutsche Arbeiter im Kampf um die WeltanschauungDer Marxismus ist in Deutschland politisch niedergeschlagen und weltanschaulich überwunden worden. Das ist die Gesamtlage, vor der die deutsche Arbeiterschaft heute steht und die nicht mehr zu ändern ist. Indem wir das feststellen, sind wir uns dessen bewusst, daß trotz aller Lohnprobleme, trotz aller materialistischen Betrachtungsweise der marxistischen Führer die besten Teile der deutschen Arbeiterschaft im tiefsten Grunde doch noch von diesen Triebfedern aus ihr politisches Handeln bestimmen ließ, sondern durchaus von einer weltanschaulichen Haltung aus, die, von der negativen Seite aus betrachtet, aus einem tiefen Widerwillen gegen die ganze Gesellschaftsordnung des ausgehenden 19. Jahrhunderts entstanden war. In dieser Abwehr gegen ein überhandnehmendes Industriezeitalter, gegen die Auslieferung wertvollster schaffender Menschen an Geldinteressen bäumte sich ein Gefühl auf, das wir ohne weiteres als germanisches Rechtsgefühl bezeichnen dürfen. Der deutschen Arbeiterbewegung des vergangenen Jahrhunderts war es aber nicht beschert, über diese innere Abwehr hinaus eine feste Grundlage für den positiven Willenskampf zu finden, sondern sie fiel in die Hände weltfremder Phantasten. So wurde die weltanschauliche Haltung des schaffenden Menschen ausgewertet im Sinne einer internationalen Finanz- und Klassenpolitik, und es gelang durch jahrzehntelange Hypnose mit Hilfe von Presse und Rede schließlich, dem deutschen Arbeiter den Glauben beizubringen, daß die ersehnte Befreiung nicht mit Hilfe des eigenen Volkstums, sondern nur mit Hilfe der Klassen anderer Nationen gegen das eigene Volkstum durchgeführt werden müsse. Für diese Utopie opferte der deutsche Arbeiter Jahr um Jahr, und wenn auch sein Ziel sich immer weiter entfernte, so hing er ihm erst recht aus einer falsch verstandenen Treue an. Das baldige Erwachen ganz Deutschlands bedeutet deshalb auch die Entgiftung der deutschen Arbeiterbewegung von allen fremden Keimen, von allen phantastischen oder verlogenen Hoffnungen, die Erfüllung mit der Gedankenwelt des gesunden schaffenden deutschen Menschen aus Boden und Geschichte seines Landes, mit dem er für immer verwurzelt ist, und das Erwecken des Gefühls einer nicht zu trennenden Schicksalsgemeinschaft aller Berufe und Kenntnisse. Mag nach der friedlichen Revolution auch vieles zusammenbrechen, mag manches auch in den folgenden Jahren der neuen Herrschaft noch nicht durchgeführt worden sein, was an berechtigten sozialen Hoffnungen in uns lebendig ist, so wissen wir doch, daß eine bestimmte Richtung eingeschlagen wird und daß die einmal eingeschlagene Richtung ihre Konsequenz nach sich ziehen wird. Der deutsche Arbeiter muß Hand in Hand mit dem Bauer und Handwerker, mit dem Soldaten und politischen Kämpfer, mit dem Gelehrten und dem Techniker stehen. Sie arbeiten alle an einem einzigen Werk, am Aufbau Deutschlands. Aus dem gleichen germanischen Rechtsgefühl, aus dem heraus ein gesunder Protest gegen das 19. Jahrhundert erscholl, kommt heute eine innere Gesundung des Volkes. Dieses Gerechtigkeitsgefühl ist jene weltanschauliche Voraussetzung, die wir von jedem deutschen Arbeiter, von jedem anderen Deutschen in der Beurteilung des Riesenkampfes der nationalen Bewegung erwarten. Verknüpft sich dieses tapfere Gefühl mit praktischer Einsicht in das Notwendige, paart es sich mit einem unbändigen Willen, dieses Notwendige auch im Kampf durchzusetzen, dann wird die deutsche Arbeiterbewegung in jenen Strom organischen Lebens, dem ihre Besten einst unbewußt zustrebten, und der heute nunmehr sein eigenes Strombett gefunden hat. Auf der Grundlage dieses Lebens wird sich dann die soziale Gliederung und das kulturelle wirken erheben; auch der deutsche Arbeiter wird dann bewußt teilhaben an den geistigen und seelischen Gütern seines Volkes und auch in der Ergänzung seines Werktages jene innere Befriedigung finden, die wertvoller ist als alles Schwärmen utopischer internationaler Phantasten.zum Seitenanfang Bürger und ArbeiterIn den romantischen Gemütern unserer Zeit träumt man gerne von einer Vergangenheit, die voller Licht und Schönheit war, die nicht erfüllt war von dem Lärm rasselnder Maschinen, von der Jagd des Treibriemens und des Geldverdienens. Doch es bleibt eben nur ein Traum und kann nur ein Traum bleiben, weil die Entwicklung der menschlichen Geschichte nicht aufzuhalten ist, viel weniger aber noch die Geschichte eines Volkes. - Doch geben wir uns eine kurze Zeit die Mühe und denken einmal nach, was diese Vergangenheit tatsächlich für schöne Erinnerungen wecken kann. Wir sehen Rothenburg ob der Tauber, wir sehen das alte Nürnberg, Dinkelsbühl und wie sie alle heißen, sehen, wie auf einem kleinen engen Raum Menschen zusammenlebten in kleinen, verschachtelten Häusern, wie die Wehrgänge und die Architektur dieser kleinen Häuser, auch der größeren Patrizierhäuser, ein harmonisches Ganzes bilden. Wir sehen in diesen engen Mauern nichts von Fabriken, nichts von der Unrast der heutigen Tage und sehen vor allen Dingen in den wenigsten Fällen, daß Stadtviertel innerhalb einer Stadt sich durch übertriebenen äußeren Prunk auf der einen Seite und die brutale Nacktheit der Armut auf der anderen Seite unterscheiden. Die Wirtschaftsbetriebe, die Lebensführung, sie waren verhältnismäßig bescheiden, wenn wir von den wenigen großen Kaufherren der Vergangenheit absehen. Die anheimelnde Nähe, die Gemeinschaft eines Häuserviertels verschiedener beruflich gebundener Menschen trat hier besonders in Erscheinung. Noch viel mehr finden wir diese Gemeinschaft innerhalb des Wirtschaftsbetriebes der vergangenen Zeit ausgeprägt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber schafften zusammen in einem Raum, der Arbeitgeber, der Tüchtigere, war der Meister, der dem Lehrling und dem Gehilfen durch ein gutes Beispiel sowohl in der Arbeitsleistung als auch in der Lebensführung voranging. Wo dies nicht der Fall war, setzte die Gemeinschaft ein, das schlechte Beispiel eines Lehrherren auszumerzen oder einen Lausejungen als Gehilfen entsprechend zu bestrafen. Es waren die Zünfte, die diese Gemeinschaft bildeten und für Sauberkeit der Betriebe sorgten.Heute sieht es ganz anders aus. Große Fabriken können alleine das Gesicht einer Stadt bestimmen. Arbeiterviertel sondern sich weitgehend ab von den großen Villenvierteln der Aktionäre riesiger Wirtschaftsunternehmungen. Die Arbeitnehmer sehen ihre Arbeitgeber vielleicht im ganzen Leben nicht, sie vermuten sie manchmal hinter einem schweren Pelz auf der Straße; Sonntags vielleicht, wenn die kargen Feierstunden es ihnen ermöglichen, aus den dunklen Vierteln der Arbeiterwohnungen herauszukommen, sehen sie die schönen Parks mit den Prachtbauten jener Menschen. Im Betrieb ist das Nebeneinanderstehen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber verschwunden, die Gedankenwelt des Arbeitgebers dadurch eisesfern geworden. Es kennen sich nur Arbeitskollegen einer sozialen Schicht. Und auch hier gibt es noch Unterschiede in der Ehrlichkeit der Kameradschaft. Es treten Subjekte auf, Werkmeister, die sich ihrem unbekannten Herrn gegenüber zu Stellvertretern berufen fühlen und in dieser Berufung aber nur sadistischen, schikanösen Eigenschaften ihrer selbst nachgehen. Fliesbänder bestimmen das Tempo der Arbeit, Zweckmäßigkeit bestimmt die Größe des Raumes und die ganze Führung innerhalb des Betriebes. Diese Zweckmäßigkeit sieht aber nur die Rentabilität der Produktion einer Fabrik vor, setzt daher die Maschine als wichtigere Kraft als die Menschenkraft ein. So kam es denn, daß der aus dem Handwerkerstand und dem Zustrom der Landbevölkerung sich entwickelnde Arbeiterstand immer mehr sowohl durch die Arbeit als auch durch die Absonderung von anderen Berufskreisen isoliert wurde. Dieser Vorgang entwickelte sich automatisch weiter, je mehr sich der Kapitalismus und seine Besitzer durchsetzten. Die Abstufung wurde nicht allein - nein, in den wenigsten Fällen sogar - durch die Leistung vorgenommen, durch die bessere Sippe, sondern durch den größeren Geldbeutel bestimmt. Diese Vorbedingungen gaben einer blutleeren intellektuellen Ideenkonstruktion des Marxismus weitgehend Vorschub, sie schufen vor allen Dingen den Gegensatz zwischen Bürger und Arbeiter und stellten den Typ des Bourgeois dem des Proletariers gegenüber. Da kam der Krieg 1914, der eine Auslese für Männer bildete, der die Prüfung für echte Kameradschaft brachte. Hier wuchs langsam wieder das Verständnis zwischen Arbeiter und Bürger, das von einer müden, blutarmen Intelligenz und dem Kapitalismus, bisher immer wieder künstlich verhindert worden war. Es war nicht so, daß der Arbeiter sich außerhalb seines Arbeitsbereiches immer nur mit dem Gedanken trug, die Häuser der Reichen zu zerstören und zu plündern, es war nicht so, daß der Arbeiter nun dem ganzen Firlefanz, den der Abschaum des Bürgertums zu seinem zweiten Gesicht gemacht hatte, huldigte oder ihn für gut befand. Ganz im Gegenteil mußte mancher Bürger, der Mensch mit der Bourgeoishaltung, sehen, das es Arbeiter gab, die sich mit den Rätseln des Lebens befaßten, die eine Bildung in sich trugen und eine selbstverständliche Kameradschaft, von der der Bürger mit dem vielen Wissen keine Ahnung hatte. Aber auch umgekehrt lernte der Arbeiter manchen Bürger kennen, der ihm nur durch die Verhetzung falsch gezeigt worden war. Es gab schon Bürger, die mit aus derselben Feldflasche tranken, die wie sie das hart gewordene Kommißbrot untereinander teilten und völlig vergaßen, daß ihre Mutter eine geborene "Sowieso" war und ihr Vater einen glanzvollen Titel hatte. Dann kam die Rebellion von 1918, die sogenannten "Volksfreunde" waren an der Herrschaft, Intellektuelle, deren Tätigkeit in der Betonung der Überspitzung vorhandener Übelstände lag, die mit der Stimme des Arbeiters tönen wollten und nur ein klägliches Gestammel zustande brachten. Damit aber tauchten auch die wenigen Arbeitervertreter - verwirrt durch die Nachbarschaft solcher Intellektuellen - unter, verstanden es recht gut, sich nach der Rebellion, bildlich gesehen, hübsche Bäuchlein anzumäßten und nicht mehr da zu sein, wenn ein Arbeiter aus der Provinz kam, um seinem alten Arbeitskameraden und jetzigen Bonzen die Hand zu schütteln und Anliegen vorzutragen. Eine kleine Schicht war zu dem alten Bürgertum der Vorkriegszeit hinzugekommen, sie lebte womöglich noch ausschweifender als das viel verschriene Bürgertum. Dagegen war ein großer Teil des Bürgertums als Handarbeiter und Kopfarbeiter auf das soziale Niveau der Arbeiterschaft, die man nur als Proletariat kannte, gekommen. Man strich dem Arbeiter Honig um die Lippen, man umschwänzelte ihn nur dann und sprach von ihm in allen Zeitungen, wenn es zur Wahl ging, da er ja zahlenmäßig in der Nation am stärksten vertreten war. Man führte auch manchmal ernste Reden, sprach von der Not - und meinte sich. Es wird eine neue Zeit kommen, es wird die Zeit des Staatsbürgers sein, der sich mit Stolz Staatsbürger nennt, weil er nur ein solcher werden kann, wenn er eine Leistung und eine Arbeit für die Gemeinschaft vollbracht hat. Erst der neue Staatsbürger wird die schlechte Auffassung über die bürgerliche Haltung des abgelösten Systems beseitigen. Staatsbürger wird aber auch der Arbeiter wie der Gelehrte sein, der Kaufmann wie der Soldat, denn die sind die Bürger eines Staates, den sie mit ihrer Arbeit und ihren verschiedenen Fähigkeiten schützen und erhalten. Dieser neue Staatsbürger wird sich zur Aufgabe machen müssen, aus der kämpferischen Gemeinschaft des nationalen Widerstands eine neue Lebensform zu finden, eine Lebensform, die begangene Fehler vermeidet, daß jemals wieder deutsche Volksgenossen so abseitig stehen, so isoliert sind, wie es in den vergangenen Jahrzehnten bei der deutschen Arbeiterschaft in dieser BRD der Fall gewesen ist. zum Seitenanfang |
| Letzte Aktualisierung 04.04.2006 |